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LJ Voitsberg: Ökologische Renovierung als Sozialprojekt für die Pfarr-Caritas Voitsberg

Ein weiteres Silberprojekt, das im Rennen um den Goldenen Panther 2019 ist, ist das Projekt "Ökologische Renovierung als Sozialprojekt für die Pfarr-Caritas Voitsberg" der LJ Voitsberg (LJ Bezirk VO). Werden es vielleicht sie sein, die am Sonntag beim Tag der Landjugend die heißbegehrte Trophäe entgegennehmen dürfen?

Ökologische Renovierung als Sozialprojekt für die Pfarr-Caritas Voitsberg

 

Mit der Suche nach natürlichen und nachwachsenden Rohstoffen, welche sozusagen von der Natur ausgeborgt werden und irgendwann problemfrei wieder in die Natur zurückgegeben werden können, kam unser Stein ins Rollen.

Wir renovieren einen Raum mit Materialien, welche, wenn dieser Raum irgendwann in der Zukunft, ob in hundert Jahren oder mehr, abgerissen werden sollte, nicht als Müll oder Sondermüll entsorgt werden müssen, sondern biologisch abbaubar sind. Denn es gibt nur eine Erde!

Dies ist unser Hauptkriterium. Mit dem Einsatz von ökologischen und nachhaltigen Baumaterial wollen wir darauf aufmerksam machen, dass viele konventionelle Baumaterialen leider sehr viel Chemie und für Mensch und Umwelt giftige Substanzen enthalten und dazu mühevoll als Sondermüll entsorgt werden müssen. Nicht mit UNS! Wir zeigen gesunde, nachwachsende, ökologische Alternativen, zu beispielsweise Styropor, Dispersionsfarben, PVC-Boden, etc.

Der Kleiderladen wurde auf gemeinsamen Beschluss mit der Pfarre Voitsberg so ökologisch wie nur möglich saniert. Dabei war uns wichtig, wie bereits beschrieben, natürliche bzw. gesunde Baustoffe zum Einsatz zu bringen, welche frei von schädlichen Stoffen sind, die sich negativ auf das Raumklima und die Menschen, die sich darin aufhalten, auswirken (Allergien, Wohlbefinden).

Somit zogen wir als Dämmstoff, den natürlichen und in Österreich nachwachsenden Rohstoff Hanf anstatt der günstigeren Styropordämmung, welche jedoch als Sondermüll entsorgt werden muss, nicht natürlich abbaubar ist und zudem sogar bis in die Antarktis im Meer als nicht-verrottender Müll zu finden ist vor. Hanf ist nämlich eine schnellwachsende Pflanze, die weder Dünger noch Spritzmittel benötigt. Zudem bietet Hanf auch ein Höchstmaß an Schallschutz und ist gesund für das Raumklima. Während der Arbeit mit dem Werkstoff Hanf fiel es uns auf dass dieser im Gegensatz zu chemischen Dämmstoffen überhaupt nicht kratzig ist oder Hautirritationen verursacht und zudem noch sehr leicht bearbeitbar ist.

Weiteres wurde naturbelassenes Fichtenholz (ohne Lacke, oder Öle) für Ablageflächen, Sitzmöglichkeiten in der Umkleidekabine und für Decken- und Wandvertäfelungen verwendet. Naturbelassenes Holz reguliert auf natürliche Weise das Raumklima. Ist die Luft feucht, wird die Feuchtigkeit vom Holz aufgenommen und wieder abgegeben. Zudem ist es optisch auch sehr ansprechend und zu hundert Prozent nachwachsend und wiederverwendbar.

Für das Ausmalen der restlichen Wände wurde eine natürliche Kalkfarbe verwendet, da Kalk aus Kalkstein gewonnen wird ist er ein ungiftiger Werkstoff, der viele positive Eigenschaften besitzt. Beispielsweise entzieht der Kalk Wasser und hemmt somit die Schimmelbildung. Kalkprodukte können gut „atmen“; da sie diffusionsoffen sind – wichtig für ein gesundes Wohnklima, natürlich umweltverträglich und für Allergiker geeignet.

Als Fußboden entschieden wir uns für einen Linoleumbodenbelag, da dieser für einen Verkaufsraum sehr strapazierfähig und biologisch abbaubar ist. Linoleum hat eine leicht fungizide sowie antibakterielle Wirkung, ist schwer entflammbar und unempfindlich gegenüber vielen Chemikalien.

Zudem ist Linoleum wärmedämmend. Jedoch erfordert das Verlegen dieses Bodens besonderes Fachwissen und spezielle Werkzeuge. Für das Verlegen sagen wir hiermit Danke an die heimische Firma Krammer aus dem Bezirk Voitsberg.

Anschließend verlegten wir Kabel für Steckdosen und installierten die Innen- und Außenbeleuchtung. Dabei wurden Lampen und Glühbirnen die noch funktionierten aus dem alten Lagerraum verwendet, denn auch hier achteten wir auch Nachhaltigkeit.

Nach der Fertigstellung des Raumes halfen wir gemeinsam mit asylsuchenden Mitmenschen bei der Übersiedelung der Kleider und Einrichtungsgegenstände vom Ehemaligen in den neuerrichteten Kleiderladen. Anschließend spendeten wir noch Kleidung für den Kleiderladen und am 30. April wurde der Kleiderladen feierlich eröffnet und für die gesamte Bevölkerung zugänglich gemacht.

In dem nachhaltig sanierten und gesund duftenden Verkaufsraum wird nun gebrauchte Kleidung gelagert und verkauft. Geöffnet ist der neue Kleiderladen jeden Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 12 Uhr.

 


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