BestOf - Projekte - Teil 1
Gib Stoff! – Für mehr als nur Mode: Landjugend Flatschach verbindet Nachhaltigkeit mit sozialem Engagement
Wie wertvoll gut erhaltene Kleidung sein kann und welchen Beitrag jeder Einzelne zu einem nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen leisten kann, zeigte die Landjugend Flatschach mit ihrem Projekt „Gib Stoff! – Für mehr als nur Mode“. Gemeinsam mit der youngCaritas setzte die Ortsgruppe ein starkes Zeichen gegen Fast Fashion und für einen bewussten Konsum. Gleichzeitig wurde Menschen in schwierigen Lebenslagen geholfen und das Bewusstsein für soziale Verantwortung gestärkt.
Ausgangspunkt des Projekts war die Frage, wie Kleidung länger genutzt werden kann, anstatt ungetragen im Kleiderschrank zu landen oder entsorgt zu werden. Mit einer mehrwöchigen Sammelaktion in den Bezirken Murau, Murtal und Liezen wurden rund zwei Tonnen gut erhaltene Second-Hand-Kleidung gesammelt. Zahlreiche Mitglieder der Landjugend Flatschach bereiteten die gespendeten Kleidungsstücke sorgfältig für die Weiterverwendung auf und leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung.
Doch das Projekt ging weit über das Sammeln von Kleidung hinaus. Um insbesondere junge Menschen für die Auswirkungen von Fast Fashion und die Bedeutung nachhaltigen Konsums zu sensibilisieren, organisierte die Landjugend gemeinsam mit der youngCaritas ein umfangreiches Bildungsprogramm. Insgesamt fanden fünf Workshops, zwei Exkursionen zur Caritas-Sortieranlage und den Carla Shops sowie ein Upcycling-Workshop statt. Darüber hinaus wurden zwölf Schulklassen besucht und rund 300 Kinder und Jugendliche für Themen wie Nachhaltigkeit, Second-Hand, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft begeistert.
Ein besonderes Highlight bildete der öffentliche Second-Hand Pop-up-Store im Rahmen des steirischen RE-USE-Herbstes. Die liebevoll präsentierten Kleidungsstücke fanden großen Anklang bei den Besucher und zeigten eindrucksvoll, dass Second-Hand längst mehr als nur eine günstige Alternative ist. Rund 250 Besucher nutzten die Gelegenheit, nachhaltig einzukaufen und gleichzeitig soziale Projekte zu unterstützen.
Der Erlös des Pop-up-Stores belief sich auf 4.722,62 Euro und wurde an das Mondi Lerncafé Knittelfeld sowie an die Beratungs- und Existenzsicherung der Caritas gespendet. Damit verband das Projekt ökologische Nachhaltigkeit unmittelbar mit sozialem Engagement und machte sichtbar, wie gemeinsames Handeln konkrete Wirkung entfalten kann.
Insgesamt investierten rund 30 Mitglieder der Landjugend Flatschach sowie zahlreiche weitere Helfer aus der Region und Kooperationspartner rund 950 ehrenamtliche Stunden in die Planung und Umsetzung des Projekts. Gemeinsam mit der youngCaritas entstand so eine Initiative, die nicht nur Umweltbildung förderte, sondern auch Menschen zusammenbrachte und zum Nachdenken über den eigenen Konsum anregte.
„Wir wollten zeigen, dass gut erhaltene Kleidung viel zu wertvoll ist, um ungenutzt zu bleiben. Jedes weitergegebene Kleidungsstück schonte Ressourcen und leistete gleichzeitig einen Beitrag für soziale Zwecke. Genau das wollten wir mit ‚Gib Stoff!‘ erreichen.“
Mit „Gib Stoff! – Für mehr als nur Mode“ ist es der Landjugend Flatschach gelungen, Nachhaltigkeit, Bewusstseinsbildung und soziale Verantwortung auf eindrucksvolle Weise miteinander zu verbinden. Das Projekt zeigt, wie ehrenamtliches Engagement konkrete Veränderungen bewirken kann und welchen wichtigen Beitrag junge Menschen für Umwelt und Gesellschaft leisten.
Zahlen & Fakten
- Projektzeitraum: März bis September 2026
- Projektpartner: Landjugend Flatschach & youngCaritas
- Sammelgebiet: Bezirke Murau, Murtal und Liezen
- Gesammelte Kleidung: rund 2 Tonnen Second-Hand-Kleidung
- Projektstunden: rund 950 ehrenamtliche Stunden
- Engagierte Helfer:innen: rund 30 Mitglieder der Landjugend Flatschach sowie zahlreiche Unterstützer aus der Region
- Workshops: 5
- Exkursionen: 2
- Besuchte Schulklassen: 12
- Upcycling-Workshop: 1
- Erreichte Kinder und Jugendliche: rund 300
- Besucher des Pop-up-Stores: rund 250
- Spendenerlös: 4.722,62 Euro
- Begünstigte Einrichtungen: Mondi Lerncafé Knittelfeld sowie Beratungs- und Existenzsicherung der Caritas
Landjugend meets Lebenshilfe – Eine Begegnung auf Augenhöhe
Mit ihrem Projekt „Landjugend meets Lebenshilfe – Eine Begegnung auf Augenhöhe“ setzte die Landjugend Weißkirchen ein starkes Zeichen für Inklusion, Gemeinschaft und gelebten Zusammenhalt. Ziel des Projekts war es, den Austausch zwischen jungen Menschen und den Kund:innen der Lebenshilfe zu fördern, Berührungsängste abzubauen und gleichzeitig die wertvolle Arbeit der Lebenshilfe in der Region sichtbarer zu machen.
Im Mittelpunkt stand dabei nicht das Helfen, sondern das gemeinsame Erleben. Durch persönliche Begegnungen, gemeinsame Aktivitäten und das Miteinander auf Augenhöhe entstand ein Projekt, das allen Beteiligten neue Perspektiven eröffnete und nachhaltige Erinnerungen schuf.
Den Auftakt bildete der traditionelle Bauernball der Landjugend Weißkirchen. Gemeinsam mit den Kund:innen der Lebenshilfe wurden hauseigene Kräuter- und Blütensalze in Röhrchengläser abgefüllt und als Damenspenden vorbereitet. Während des Ballabends informierten die Projektleiterinnen über die Zusammenarbeit und machten die zahlreichen Besucher:innen auf die wichtige Arbeit der Lebenshilfe aufmerksam. Dadurch wurde das Thema Inklusion bewusst einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht.
Ein weiterer Höhepunkt des Projekts war die gemeinsame Exkursion zu zwei Standorten der Lebenshilfe in der Region. Die Landjugendmitglieder erhielten spannende Einblicke in die unterschiedlichen Arbeitsbereiche und lernten die Kund:innen bei Spielen, Gesprächen und Gruppenaufgaben persönlich kennen. Aus diesen Begegnungen entstand schließlich die Idee, zwei transportfähige Himmelsliegen für den Außenbereich zu bauen. Die Landjugend plante und bereitete die Liegen vor, bevor sie gemeinsam mit den Kund:innen gestaltet und fertiggestellt wurden.
Gerade diese enge Zusammenarbeit machte das Projekt besonders. Aus anfänglicher Unsicherheit entwickelte sich schnell ein ungezwungenes Miteinander, bei dem gelacht, gearbeitet und Erfahrungen ausgetauscht wurden. Die gemeinsamen Erlebnisse bauten Vorurteile ab und zeigten eindrucksvoll, wie selbstverständlich Inklusion gelebt werden kann, wenn Menschen einander offen begegnen.
Insgesamt investierten die Mitglieder der Landjugend Weißkirchen 312 ehrenamtliche Stunden in das Projekt. Bei den verschiedenen Aktionen engagierten sich jeweils rund 25 Landjugendmitglieder gemeinsam mit 25 Kund:innen der Lebenshilfe und dem Betreuungsteam. Durch die unterschiedlichen Projektaktivitäten wurden innerhalb der Gemeinde rund 700 bis 800 Personen erreicht. Darüber hinaus konnten 430 Euro für die Lebenshilfe gesammelt werden. Unterstützt wurde das Projekt vom Lebenshilfe-Standort Kohlplatz, der als wichtiger Kooperationspartner maßgeblich zum Gelingen beitrug.
Die Projektleiterinnen beschreiben den schönsten Moment des Projekts mit den Worten:
„Der schönste Moment unseres Projekts war es zu erleben, wie aus anfänglicher Unsicherheit echte Begegnungen, gemeinsames Lachen und neue Perspektiven entstanden sind.“
Mit „Landjugend meets Lebenshilfe – Eine Begegnung auf Augenhöhe“ ist es der Landjugend Weißkirchen gelungen, Menschen zusammenzubringen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und Inklusion erlebbar zu machen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie durch gemeinsames Handeln Berührungsängste abgebaut und nachhaltige Verbindungen geschaffen werden können – ein wertvoller Beitrag für ein respektvolles Miteinander in der Gemeinde.
Zahlen & Fakten
- Projektstunden: 312 ehrenamtliche Stunden
- Mitwirkende: rund 25 Landjugendmitglieder sowie 25 Kund:innen der Lebenshilfe inklusive Betreuungsteam
- Erreichte Personen: ca. 700–800 Personen innerhalb der Gemeinde
- Gesammelte Spenden: 430 Euro für die Lebenshilfe
- Kooperationspartner: Lebenshilfe Standort Kohlplatz