BestOf - Projekte - Teil 3
Wir haun net den Huat drauf – Wir klären eich auf!
Wie viel Wirkung entstehen kann, wenn Landwirtschaft verständlich, authentisch und auf Augenhöhe vermittelt wird, zeigt das Projekt „Wir haun net den Huat drauf – Wir klären eich auf!“. Mit viel Engagement setzte sich ein sechsköpfiges Projektteam dafür ein, Menschen ohne direkten Bezug zur Landwirtschaft zu erreichen, Vorurteile abzubauen und Wissen über die heimische Landwirtschaft alltagsnah zu vermitteln. Dabei wurde bewusst auf moderne Kommunikationsformen, persönliche Begegnungen und den direkten Austausch zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft gesetzt.
Ausgangspunkt des Projekts war die Überzeugung, dass Landwirtschaft eine unverzichtbare Grundlage unserer Gesellschaft ist. „Ohne Landwirtschaft gibt es nichts“ – diese Tatsache sollte sichtbar gemacht und gleichzeitig das Verständnis für die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern gestärkt werden. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken und sich über zunehmende Anforderungen und veränderte Rahmenbedingungen zu beklagen, wollte das Projekt dazu ermutigen, selbst aktiv zu werden und das Denken anderer positiv zu verändern.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts war die Kommunikation über Social Media. Mit authentischen, humorvollen und gleichzeitig informativen Beiträgen wurden landwirtschaftliche Themen verständlich aufbereitet und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Insgesamt entstanden rund 80 Beiträge und Videos, die auf Instagram und TikTok veröffentlicht wurden. Damit konnten über 500.000 Personen erreicht werden. Die Social-Media-Kanäle entwickelten sich dabei zu einer wichtigen Plattform für den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft und erreichten mittlerweile mehr als 3.000 Follower:innen.
Auch über die sozialen Medien hinaus wurde das Projekt sichtbar. In Zusammenarbeit mit der Kleinen Zeitung, den Farmfluencern und den Bäuerinnen entstanden insgesamt neun Veröffentlichungen, die landwirtschaftliche Themen einer noch größeren Öffentlichkeit näherbrachten. Dabei standen jene Fragen im Mittelpunkt, die im Alltag immer wieder für Diskussionen sorgen: Woher kommen unsere Lebensmittel? Was bedeutet landwirtschaftlicher Arbeitsalltag tatsächlich? Welche Verantwortung tragen Konsument:innen und welche Herausforderungen begegnen Bäuerinnen und Bauern täglich?
Thematisch widmete sich das Projekt einer Vielzahl an Bereichen, die das Zusammenleben von Landwirtschaft und Gesellschaft betreffen. Dazu gehörten unter anderem Hundekot und Müll in Wiesen, Herkunftskennzeichnung, Eigenverantwortung beim Wandern, der respektvolle Umgang mit Eigentum sowie der landwirtschaftliche Arbeitsalltag. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Sicherheit in der Forstwirtschaft. Durch eine Kooperation mit dem Waldverband Steiermark und der Initiative „Bewusst sicher sein!“ wurde das Projekt erweitert. Gemeinsam entstanden Reels und Videos, die auf Gefahren bei der Arbeit im Wald aufmerksam machten und für Unfallprävention sensibilisierten.
Besonders wichtig war neben der digitalen Kommunikation auch der direkte Kontakt mit der Landwirtschaft. Bei der Aktion „Konsument trifft Produzent“ erhielten Interessierte die Möglichkeit, einen Tag direkt auf einem Bauernhof zu verbringen, Einblicke in den landwirtschaftlichen Alltag zu gewinnen und selbst mitzuarbeiten. Insgesamt nahmen zehn Personen an diesem Format teil. So wurde Landwirtschaft nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erlebbar gemacht.
Auch innerhalb der Landjugend wurde das landwirtschaftliche Wissen durch verschiedene Bildungsangebote gestärkt. Exkursionen und eine Zeigerpflanzen-Begehung boten den Teilnehmer:innen die Möglichkeit, ihr Wissen zu vertiefen und landwirtschaftliche Zusammenhänge noch besser zu verstehen. Insgesamt nahmen rund 120 Personen an den verschiedenen Landjugend-Veranstaltungen teil.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Arbeit mit jungen Menschen. Im Rahmen von zwei Schuleinsätzen – bei „Schule am Bauernhof“ und in der Sommerschule – wurde Landwirtschaft kindgerecht und praxisnah vermittelt. Dadurch konnten bereits junge Menschen für die Herkunft unserer Lebensmittel und die Bedeutung der Landwirtschaft sensibilisiert werden.
Die Wirkung des Projekts zeigte sich nicht nur in den hohen Reichweiten, sondern auch in einer besonderen Anerkennung: Beim ALFI Award schaffte es das Projekt unter die Top 5. Diese Auszeichnung unterstreicht die Qualität und Bedeutung des gewählten Kommunikationsansatzes und zeigt, dass moderne und authentische Landwirtschaftskommunikation auch über die klassischen Grenzen der Branche hinaus Aufmerksamkeit findet.
Hinter dem Projekt standen rund 950 ehrenamtlich geleistete Stunden eines sechsköpfigen Projektteams. Von Oktober 2024 bis April 2026 wurde kontinuierlich daran gearbeitet, Landwirtschaft sichtbar zu machen, Wissen zu vermitteln und den Austausch zwischen Produzent:innen und Konsument:innen zu fördern. Dabei entstand ein Projekt, das unterschiedliche Kommunikationskanäle miteinander verband und Landwirtschaft aus verschiedenen Perspektiven beleuchtete.
„Wir haun net den Huat drauf – Wir klären eich auf! Ohne Landwirtschaft gibt es nichts und das ist nichts Verhandelbares, sondern eine Tatsache. Wir müssen den Mut haben, etwas dagegen zu tun und das Denken anderer zum Positiven zu verändern. Wer sollte uns vertreten, wenn nicht wir selbst – diejenigen, die in der Branche arbeiten, sie kennen und wissen, dass eine Kuh beim Abkalben nicht einfach wartet, bis wir Zeit haben?“
Mit „Wir haun net den Huat drauf – Wir klären eich auf!“ ist ein Projekt gelungen, das Landwirtschaft dorthin gebracht hat, wo sie im Alltag vieler Menschen oft nur noch wenig sichtbar ist: in die Lebenswelt der Konsument:innen. Durch Social Media, Zeitungsartikel, Schuleinsätze, Bildungsangebote und persönliche Begegnungen wurden Berührungspunkte geschaffen und Vorurteile abgebaut. Das Projekt zeigt eindrucksvoll: Wer Landwirtschaft verständlich erklärt, authentisch Einblicke gibt und den Dialog sucht, kann Brücken zwischen Produzent:innen und Gesellschaft bauen.
Zahlen & Fakten
- Projekt: „Wir haun net den Huat drauf – Wir klären eich auf!“
- Projektzeitraum: Oktober 2024 – April 2026
- Projektteam: 6 Personen
- Geschätzter Aufwand: ca. 950 Stunden
- Projektpartner: Farmfluencer, Kleine Zeitung, Die Bäuerinnen, Volksschule Murau
- Erreichte Personen über Social Media: über 500.000
- Social-Media-Beiträge: rund 80
- Follower:innen auf Instagram & TikTok: mehr als 3.000
- Veröffentlichungen in der Kleinen Zeitung: 9
- Teilnahmen an Landjugend-Veranstaltungen: rund 120
- „Konsument trifft Produzent“: 10 Teilnehmer:innen
- Schuleinsätze: 2 Tage
- Besondere Kooperationen: Waldverband Steiermark & „Bewusst sicher sein!“
- Auszeichnung: Top 5 beim ALFI Award
- Themenschwerpunkte: Landwirtschaftlicher Arbeitsalltag, Herkunftskennzeichnung, Hundekot und Müll in Wiesen, Eigenverantwortung beim Wandern, respektvoller Umgang mit Eigentum und Sicherheit in der Forstwirtschaft
Regional gedacht
Wie aus einer einfachen Idee ein landesweites Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung entstehen kann, zeigt das Landesprojekt der Landjugend Steiermark „Regional gedacht“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gemüse als wertvolles Lebensmittel bewahrt, Wissen über nachhaltige Verarbeitung vermittelt und Menschen miteinander verbunden werden können. Mit einer Kombination aus Bildungsangeboten, inklusiven Begegnungen und einer steiermarkweiten Lebensmittelaktion wird das Thema Lebensmittelwertschätzung direkt in die Regionen getragen.
Regionales Gemüse wird häufig weggeworfen, obwohl es wertvoll, vielseitig und leicht haltbar zu machen wäre. Genau hier setzt die Landjugend an. Das Gemüse soll nicht nur vor der Verschwendung bewahrt werden, sondern zum verbindenden Element eines gesamten Landesprojekts werden. Ziel ist es, den Wert von Lebensmitteln wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken und Menschen dazu zu motivieren, selbst aktiv zu werden.
Das Projekt basiert auf drei Säulen, die Bildung, soziale Teilhabe und praktische Nachhaltigkeit miteinander verbinden. Im Rahmen von Einkochkursen und Exkursionen erhalten Landjugendmitglieder wertvolles Wissen rund um regionale Lebensmittel, Haltbarmachung und nachhaltigen Konsum. Dabei geht es nicht nur um theoretisches Wissen: Durch das eigene Ausprobieren entstehen praktische Erfahrungen, die im Alltag weitergegeben werden können.
Eine besonderes Highlight war die Zusammenarbeit mit Jugend am Werk. Bei einem gemeinsamen Einkochtag im Steiermarkhof kamen der Landesvorstand der Landjugend Steiermark und Kund:innen von Jugend am Werk zusammen. Im Mittelpunkt stand das gemeinsame Arbeiten und Lernen auf Augenhöhe. Die Teilnehmer:innen konnten im Rahmen ihrer Arbeitsmarktqualifizierung praktische Kompetenzen erwerben und gleichzeitig erleben, wie gemeinsames Tun Barrieren abbauen und soziale Teilhabe fördern kann. Insgesamt waren 15 Teilnehmer:innen an diesem gemeinsamen Einkochtag beteiligt.
Die dritte Säule bildet die Lebensmittelaktion 2026, mit der das Projekt eine besondere Reichweite erreicht. Insgesamt werden 14.500 Einmachgläser über 195 Landjugend-Ortsgruppen in der gesamten Steiermark verteilt. Die Gläser sollen die Bevölkerung dazu motivieren, regionales Gemüse selbst einzukochen und dadurch aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen. Die Ortsgruppen übernehmen dabei eine wichtige Rolle als regionale Multiplikatoren und bringen das Thema direkt in ihre Gemeinden.
Dabei richtet sich das Projekt bewusst an Menschen jeden Alters. Von Kindern und Jugendlichen über Familien bis hin zu älteren Menschen soll die Lebensmittelwertschätzung im Alltag verankert werden. Gerade die breite Beteiligung der Ortsgruppen macht es möglich, das Thema in unterschiedlichsten Gemeinden sichtbar zu machen. So entsteht ein steiermarkweites Netzwerk, in dem Wissen weitergegeben und gemeinsames Handeln gefördert wird.
Auch starke regionale Partnerschaften tragen zum Projekt bei. Gemeinsam mit dem Lebensressort des Landes Steiermark, der Landwirtschaftskammer Steiermark und den Bäuerinnen wird daran gearbeitet, Lebensmittelkompetenz zu stärken und das Bewusstsein für regionale Produkte zu fördern. Ergänzt wird das Projekt durch Exkursionen, unter anderem zum „Garten am Berg“ in Schladming sowie zur Landesversuchsstation für Gemüsebau und Spezialkulturen in Wies.
Neben den Exkursionen bieten auch Online-Kurse die Möglichkeit, sich mit der Haltbarmachung von Lebensmitteln auseinanderzusetzen. Mit den Kursen „Einlegen, einkochen“ und „Fermentieren“ erhalten die Teilnehmer:innen praktische Einblicke in unterschiedliche Methoden, um Gemüse länger haltbar zu machen und dadurch Lebensmittel bewusster zu nutzen. Die Bildungsangebote ergänzen damit die landesweite Verteilaktion und sorgen dafür, dass aus dem bereitgestellten Material auch tatsächlich praktisches Wissen entsteht.
Besonders nachhaltig ist das Projekt auch durch die bewusste Entscheidung, Materialien von steirischen Betrieben zu beziehen. Von den Einmachgläsern über Flyer bis hin zu weiteren Projektunterlagen wird auf regionale Partner gesetzt. Dadurch werden Transportwege kurz gehalten, regionale Wertschöpfung gestärkt und gleichzeitig ökologische Nachhaltigkeit gefördert. Die langlebigen Einmachgläser können außerdem über viele Jahre hinweg verwendet werden.
Das Projekt verbindet damit ökologische, soziale und ökonomische Nachhaltigkeit. Gemüse wird vor der Verschwendung bewahrt, Menschen werden durch gemeinsames Tun miteinander verbunden und Wissen über Haltbarmachung wird langfristig weitergegeben. Gleichzeitig profitieren regionale Betriebe und die heimische Landwirtschaft von einem stärkeren Bewusstsein für regionale Produkte und deren Wert.
Mit „Regional gedacht“ zeigt die Landjugend Steiermark, dass Lebensmittelwertschätzung dort beginnt, wo Menschen selbst ins Tun kommen. Ein Einmachglas wird dabei zum Symbol für einen bewussteren Umgang mit regionalen Lebensmitteln: Gemüse wird haltbar gemacht, Wissen wird weitergegeben und Menschen kommen miteinander in Kontakt. So entsteht ein Projekt, das Nachhaltigkeit, Bildung, Inklusion und regionale Wertschöpfung miteinander verbindet und das Thema Lebensmittelverschwendung in der gesamten Steiermark sichtbar macht.
Zahlen & Fakten
- Projekt: „Regional gedacht“
- Projektzeitraum: März – September 2026
- Projektteam: ARGE Kultur und Brauchtum des Landesvorstandes der Landjugend Steiermark
- Projektteam: 5 Funktionär:innen + 1 hauptamtliche Mitarbeiterin
- Beteiligte Landjugendmitglieder: rund 1.500
- Beteiligte Ortsgruppen: 195
- Einmachgläser: 14.500 Stück
- Teilnehmer:innen gemeinsamer Einkochtag: 15 Personen
- Online-Kurse: „Einlegen, einkochen“ & „Fermentieren“
- Exkursionen: „Garten am Berg“ & Landesversuchsstation für Gemüsebau und Spezialkulturen
- Projektpartner: Lebensressort des Landes Steiermark, Landwirtschaftskammer Steiermark, Bäuerinnen, Jugend am Werk
- Ziel: Lebensmittelwertschätzung stärken und Lebensmittelverschwendung reduzieren
- Besonderheit: Verbindung von Bildung, Inklusion, regionaler Wertschöpfung und landesweiter Aktivierung
- Reichweite: Umsetzung über 195 Ortsgruppen in der gesamten Steiermark