Bezirksprojektwettbewerb - Das sind die 7 eingereichten Projekte!
Im Rahmen des Bezirksprojektwettbewerbs 2026 wurden sieben vielfältige Projekte aus den steirischen Landjugendbezirken eingereicht. Die Projekte zeigen eindrucksvoll, wie engagiert sich die Landjugend für Brauchtum, Landwirtschaft, Inklusion, soziales Engagement und die Weiterentwicklung der eigenen Region einsetzt. Von der Vermittlung regionaler Traditionen über innovative Öffentlichkeitsarbeit bis hin zu sozialen Initiativen wurde mit viel Kreativität und ehrenamtlichem Einsatz ein nachhaltiger Mehrwert für die Bevölkerung geschaffen.
Mei Plotz. Mei Sproch. Mei Hoamat. - LJ Bezirk Deutschlandsberg
Mit dem Bezirksprojekt „Mei Plotz. Mei Sproch. Mei Hoamat.“ setzte die Landjugend Bezirk Deutschlandsberg von Mai bis Juli 2026 einen Schwerpunkt auf regionale Volkskultur, Brauchtum und Heimatverbundenheit. Ziel war es, traditionelles Wissen und Fertigkeiten zu bewahren und besonders Kindern und Jugendlichen zeitgemäß und praxisnah zu vermitteln.
Das Projekt umfasste fünf Veranstaltungen für Landjugendmitglieder und fünf Workshops an vier Volksschulen. Bei Volkstanz, einem Kochkurs zum Haltbarmachen von Lebensmitteln, Sensenmähen und Sensendengeln, einem Vortrag zu Dialekt und Künstlicher Intelligenz sowie einer Flascherlzugfahrt konnten Landjugendliche traditionelle Kultur aktiv erleben. In den Volksschulworkshops lernten Kinder ihren Heimatbezirk, regionale Besonderheiten und den weststeirischen Dialekt kennen. Eine gesunde Jause, Stoffdruck und das gemeinsame Erlernen des Bandltanzes machten die Inhalte praktisch erlebbar. Besonders erfreulilch war, dass eine Volksschule den Bandltanz anschließend beim eigenen Schulfest aufführte.
Unterstützt wurde das Projekt durch regionale Vereine, Fachpersonen, Seminarbäuerin und die TU-Graz. Den Abschluss bildete das „Hoamat-Eck“ beim Bundesentscheid Sensenmähen in Preding. Dort konnten Besucherinnen und Besucher aus ganz Österreich die Weststeiermark kennenlernen und auf einer Österreich-Karte ihre eigene „Hoamat“ markieren.
Rund 200 Personen wurden direkt über die Kurse erreicht. Die Zahlen fürs „Hoamat-Eck“ lassen sich schwerer quantifizieren, jedoch konnte festgestellt werden, dass über 100 Personen mit einer Stecknadel ihre „Hoamat“ gekennzeichnet haben. Das Projekt stärkte die Verbundenheit mit der Region, förderte den Austausch zwischen Generationen und vernetzt die Landjugend mit Schulen und regionalen Partnern. Durch die Weitergabe von altem Wissen, die Workshops im Schulalltag und die öffentliche Präsentation bleibt die Wirkung über das Projektende hinaus bestehen.
Jugend trägt Glauben - LJ Bezirk Graz Umgebung
Mit unserem Bezirksprojekt „Jugend trägt Glauben“ wollten wir sichtbar machen, welchen Beitrag junge Menschen zum kirchlichen Leben, zum Erhalt von Brauchtum und zur Gemeinschaft in unseren Gemeinden leisten. Denn wer bei Landjugend nur an Feste denkt, liegt falsch.
Gemeinsam mit unseren 15 Ortsgruppen entstand ein großes Kreuz aus 15 drehbaren Holzwürfeln. 15 Ortsgruppen – 15 Würfel – 1 gemeinsames Kreuz. Jede Ortsgruppe gestaltete einen eigenen Würfel mit ihrem Logo, ihrem Pfarrpatron, einem selbst gewählten Spruch und einem individuellen religiösen Motiv. Die Entwürfe wurden gesammelt, einheitlich aufbereitet und auf langlebige Aluminiumplatten übertragen. Auch bei Planung, Fertigung, Schweißen, Aufbau und Transport arbeiteten Mitglieder unseres Bezirkes mit.
Ergänzend entstand ein interaktiver Festtagskalender auf unserer Homepage. Jede Ortsgruppe stellt darin einen kirchlichen Feiertag vor und zeigt mit Texten und Bildern, wie sie diesen in ihrer Gemeinde mitgestaltet. So werden Traditionen dokumentiert, Wissen weitergegeben und ehrenamtliches Engagement sichtbar gemacht. Ein QR-Code am Kreuz verbindet das sichtbare Bauwerk dauerhaft mit diesen Inhalten.
Beim Aufsteirern wurde das fertige Kreuz erstmals einer breiten Öffentlichkeit präsentiert und feierlich gesegnet. Anschließend erhielt es am Straßegg seinen dauerhaften Platz am Pilgerweg nach Mariazell – jenem Weg, den auch wir im Rahmen von Fit for Spirit gemeinsam gehen.
Das Projekt verbindet damit alle 15 Ortsgruppen und unsere rund 900 Mitglieder. Gleichzeitig profitieren Pfarren, Gemeinden, Pilgernde und die Bevölkerung. Das Kreuz bleibt langfristig bestehen, lädt zum Innehalten ein und macht auch nach Projektende sichtbar, was uns wichtig ist: Glaube, Tradition, Ehrenamt und Gemeinschaft.
Wings for Life Run – Judenburg läuft für alle, die es nicht können - LJ Bezirk Judenburg
Die Landjugend Bezirk Judenburg organisierte am 10. Mai 2026 einen eigenen Wings for Life App Run in der Region Unzmarkt–Judenburg. Ziel war es, möglichst viele Menschen für Bewegung zu begeistern und gemeinsam für Menschen mit Rückenmarksverletzungen zu laufen.
Besonders wichtig war uns, eine Veranstaltung für die gesamte Region zu schaffen. Egal ob Landjugend-Mitglied oder nicht, jung oder alt, ambitionierter Läufer oder jemand, der zum ersten Mal an einem Lauf teilnahm – jede und jeder war herzlich willkommen. Im Mittelpunkt standen nicht sportliche Leistung oder Wettbewerb, sondern Gemeinschaft, Bewegung und der gute Zweck.
137 Läufer:innen nahmen teil. Der Start erfolgte beim neu errichteten Sportzentrum in Unzmarkt. Die rund 30 km lange betreute Strecke führte entlang des Murradwegs über St. Georgen ob Judenburg, Thalheim bei Pöls und Judenburg bis nach Fisching. In Judenburg wurde ungefähr die Halbmarathon-Marke erreicht.
Die Veranstaltung wurde von der Landjugend Judenburg eigenständig geplant und organisiert. Dazu gehörten unter anderem Behördenwege, Bewerbung, Sponsorensuche, Helfereinteilung, Streckenbetreuung, Verpflegung und Rücktransport.
Entlang der Strecke wurden fünf Labestationen eingerichtet, an denen die Läufer:innen etwa alle fünf Kilometer mit Wasser, Getränken, Bananen und weiterer Verpflegung versorgt wurden. Ein besonderes Highlight war unser selbst organisiertes echtes Catcher Car.
Für den Rücktransport standen ein 50-Sitzer-Bus sowie zwei 9-Sitzer-Busse zur Verfügung, die die Teilnehmer:innen nach ihrem Lauf sicher zurück nach Unzmarkt brachten. Unterstützt wurde das Projekt durch zahlreiche regionale Unternehmen, Sponsoren und Partner. Nach dem Lauf gab es einen gemeinsamen Ausklang in Unzmarkt.
Das Projekt verband Sport, soziales Engagement, Gemeinschaft und regionale Zusammenarbeit. Die erfolgreiche Durchführung mit 137 Teilnehmer:innen hat uns motiviert, den Wings for Life Run auch in Zukunft wieder zu veranstalten und weiter auszubauen.
„Ein Faden durch die Heimat – Traditionen getragen von Generationen“ - LJ Bezirk Liezen
Ende 2025 machten wir uns im Zuge der Jahresplanung für das kommende Jahr Gedanken, was denn die Jugend in unserem Bezirk interessieren könnte. Da kamen wir dann auf die Vielfalt unserer Heimat. Bei uns gibt es zahlreiche Traditionsbetriebe, die noch altes Handwerk ausüben und weitertragen. Genau das wollten wir wieder vor den Vorhang holen. Im Zuge von unserem Projekt durften wir bei zahlreichen Betrieben hinter die Kulissen blicken und erlernten nebenbei in einigen Kursen alte Traditionen wieder selbst. Wir besuchten die Lodenmanufaktur Steiner, die Kunstschmiede Schweiger, Leder Traninger, Sepp Wach Seidenhanddrucke sowie die Drechslerei Lettmayer Lukas und machten folgende Kurse: 3 Dirndlnähkurse, Weihdeckerlstickkurs, Baumschnittkurs und einen Haarflechtkurs. Am Ende unseres Projektes veranstalteten wir einen gemütlichen Abschlussabend unter dem Motto „Tracht ma ins Zomm“. Im Zuge dessen wurde auch ein Trachtenflohmarkt auf die Beine gestellt. Die Gemeinden Haus, Bad Mitterndorf, Lassing und Gröbming stellten uns die Sammelstellen für die Kleiderspenden. In zwei Zusammenkünften wurden die ganzen Spenden dann sortiert und für den Flohmarkt am 18.09.2026 aufbereitet. Die Einnahmen daraus (freiwillige Spenden für alle Trachtenstücke) werden am 11.10.2026 an den Dr. Karl Schwer Fonds übergeben. Neben dem Flohmarkt hatten wir auch drei kleine Impulsvorträge: Monika Gaißwinkler rund um den Ursprung der Trachten, Martina Kodritsch und Agnes Lämmerer vom Verein zur Bewahrung des alten Wissens der Sölktäler und Christoph Heinz zum Thema Bartbinden. Musikalisch begleitet wurde der Abend von der „Schönwettermusi“ und „Die Strubbis“. Nun dürfen sich zahlreiche BesucherInnen über ein neues-altes Trachtenschmuckstück freuen.
Wir hauen nit den Huat drauf Wir klären eich auf! - LJ Bezirk Murau
Was passiert, wenn Hashtags Hoftore öffnen und Landwirtschaft nicht mehr nur erklärt, sondern erlebt wird? Genau hier setzte unser Projekt „Wir hauen nit den Huat drauf – Wir klären eich auf!“ an. Gespräche mit Landwirt:innen, Mitgliedern und Freund:innen zeigten: Zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft fehlt oft der direkte Bezug, Vorurteile prägen das Bild.
Wir wollten zeigen, was wirklich dahintersteckt: Menschen, Verantwortung, Innovation und Herausforderungen. Dafür verbanden wir digitale Reichweite mit persönlichen Begegnungen. Über „hofinsider“ auf Instagram, Facebook und TikTok sowie gemeinsam mit der Kleinen Zeitung brachten wir authentische Geschichten vom Hof direkt zu den Menschen. Aus sechs geplanten Reels wurden 91 Beiträge, 19 Story-Samstage, sieben Beiträge in der Kleinen Zeitung,
über 3.300 Follower und mehr als 600.000 erreichte Konten. Exkursionen, ein Zeigerpflanzen-Spaziergang, „Konsument trifft Produzent“, Schule am Bauernhof, Sommerschule machten
Landwirtschaft zusätzlich sichtbar, greifbar und verständlich.
Mit dem Waldverband Steiermark, dem Waldverband Murau West, der LFS Tamsweg und der FS Feistritz erweiterten wir die Plattform um „Bewusst sicher sein“: sieben Videos und Informationsflyer rückten bei zwölf Veranstaltungen die Sicherheit in der Forstarbeit ins Bewusstsein. Landjugendmitglieder investierten dafür 1.889,5 ehrenamtliche Stunden bei 0 Euro Projektbudget. Das Ergebnis ist mehr als Reichweite: Aus Vorurteilen wurden Fragen, aus Fragen Gespräche und aus Gesprächen Verständnis. Landwirte bekamen eine Bühne für ihre Arbeit, Konsumenten einen Blick hinter die Stalltür und junge Menschen neues Wissen über Lebensmittel, Natur und Forstwirtschaft. Die Wirkung bleibt: Kanäle, Beiträge, Kontakte und Kooperationen bestehen weiter. Aus einem Projekt wurde eine lebendige Plattform eine Brücke zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft, die auch nach Projektende weiterträgt.
Alles für die Fisch – raus an den Teich, rein ins Erleben - LJ Bezirk Voitsberg
„Alles für die Fisch' – raus an den Teich, rein ins Erleben“ war weit mehr als ein klassisches Bildungsprojekt. Die Landjugend Bezirk Voitsberg schuf eine Initiative, die Landwirtschaft, Regionalität, Umweltbildung und soziales Engagement auf einzigartige Weise miteinander verband und damit Menschen unterschiedlichster Altersgruppen und Lebenssituationen erreichte. Ausgangspunkt war das Ziel, die steirische Fischereiwirtschaft ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, regional produzierte Lebensmittel wertzuschätzen und gleichzeitig Kindern und Jugendlichen neue Chancen und Perspektiven zu eröffnen.
Eine AKS, ein Fischkochkurs mit dem Fischzüchter- und Teichwirteverband Steiermark, ein Spotlight, die Gestaltung eines Kinder(fisch-)kochbuches und die intensive Öffentlichkeitsarbeit brachten das Thema Fisch auf innovative Weise vor den Vorhang und zeigten die Bedeutung regionaler Lebensmittelproduktion.
Das Herzstück war die Zusammenarbeit mit der ArGe Flexible Hilfen Voitsberg. Gemeinsam wurde ein Fischercamp für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen organisiert, das Naturerlebnis, Gemeinschaft, Lernen und persönliche Entwicklung vereinte. Dabei entstanden unvergessliche Erlebnisse, neue Freundschaften und wertvolle Erfahrungen, die weit über die Projektdauer hinauswirken.
Besonders nachhaltig wirkt das Projekt durch seine bleibenden Ergebnisse: Das Kinderkochbuch vermittelt auch künftig Wissen über regionale Lebensmittel und gesunde Ernährung. Der errichtete Landschaftsfotorahmen bei einem Fischteich macht die heimische Fischwirtschaft dauerhaft sichtbar und stärkt die regionale Identität. Gleichzeitig wurde aus Bildungsarbeit und ehrenamtlichem Engagement konkrete Hilfe: Durch das Projekt konnten 3.000 € an „Rettet das Kind“ gespendet werden.
Das Projekt stärkt regionale Betriebe, fördert die Wertschätzung heimischer Lebensmittel, vermittelt Wissen über Landwirtschaft und Fischereiwirtschaft, unterstützt Jugendliche und bringt Menschen zusammen.
hinschaun. mitgspian. ausprobiern. - LJ Bezirk Weiz
Aus der Idee zur Gründung eines LJ-Chores entstand ein ganzjähriges Sozialprojekt im Zeichen des LJ-Schwerpunkts „Sport & Gesellschaft“ mit Fokus auf Inklusion und Gemeinschaft.
Den Auftakt bildete ein Benefizkonzert in der Basilika am Weizberg, an dem 50 Mitglieder aus 17 OGs mitwirkten. Bereits im Vorfeld wurde gemeinsam mit Kunden der Lebenshilfe Weiz Lebkuchen für das Konzert gebacken. Nach 16 Proben begeisterten 21 Sänger:innen knapp 600 Besucher:innen mit einem vielfältigen musikalischen Programm. Dabei wurde eine Spendensumme von 7.628,42 Euro gesammelt und zu gleichen Teilen an die LH und die Beratungsstelle für Existenzsicherung der Caritas übergeben.
Gemeinsam mit dem Bezirksgericht, der Lebenshilfe Weiz und der Beratungsstelle für Existenzsicherung der Caritas setzten wir uns in den Folgemonaten mit den Themen Vorsorgevollmacht und Erwachsenenvertretung sowie sozialer Integration im Rahmen von zwei Spotlights auseinander. Fachliche Impulse und persönliche Erfahrungsberichte, darunter jene einer Selbstvertreterin der Lebenshilfe Weiz, machten komplexe Themen verständlich und eröffneten neue Perspektiven auf Selbstbestimmung und Inklusion.
Den Abschluss bildete ein großer Aktionstag: 180 Schüler:innen und rund 70 weitere Interessierte konnten bei Mitmach-Stationen, einem Gastvortrag der Paralympics-Siegerin Veronika Aigner und einer Podiumsdiskussion Barrieren und Inklusion nicht nur diskutieren, sondern hautnah erleben.
Unser Projekt zeigt, wie ehrenamtliches Engagement Brücken baut und Menschen verbindet. Neben den LJ-Mitgliedern schufen wir auch in der breiten Bevölkerung ein Bewusstsein für soziale Herausforderungen und Inklusion. In Zusammenarbeit mit 18 Kooperationspartner:nnen erreichten wir über 1000 Menschen aus der Region. Die Begegnungen und neuen Perspektiven wirken über das Projektende und die Vereinsgrenzen hinaus und ermutigen dazu, im Alltag genauer hinzuschauen, mitzugspian und auszuprobiern.